Faszien – Strukturen mit bedeutenden Funktionen

Seit einigen Jahren ist populär, dass der menschliche Körper sich nicht auf Knochen, Muskeln und Sehnen reduzieren lässt. Auch die dazwischen liegenden Strukturen aus Bindegewebe, die sogenannten Faszien sind von großer Bedeutung für die körperliche Gesundheit. Folglich wird ihnen auch in der Physiotherapie vermerkt Aufmerksamkeit geschenkt.

Mehr als einfach nur Füllmasse

Die wichtigste Funktion der Faszien ist es, die anderen Strukturen des Körpers zusammen zu halten und dem ganzen Konstrukt Stabilität zu verleihen. Es handelt sich bei ihnen allerdings keinesfalls um totes Gewebe, mit dem einfach nur Zwischenräume ausgefüllt werden. Stattdessen bestehen Faszien aus einem Fasermix und können dadurch beispielsweise auch Bewegungsenergie speichern und wieder abgeben. Sie erfüllen somit eine wesentliche Funktion für die körperliche Beweglichkeit. Als Umhüllung anderer Strukturen, beispielsweise von Muskeln, sorgen Faszien für eine gute Beweglichkeit unterschiedlicher Körperteile gegeneinander. Auch im Stoffwechsel und für das Nervensystem spielen sie eine große Rolle: Das gesamte Netz von Faszien ist mit sympathischen Nerven durchzogen, die für ein umfassendes Gefühl für den eigenen Körper sorgen.

Wann brauchen Faszien Therapie?

Im Zentrum der Physiotherapie stehen meist die wesentlich an der Bewegung beteiligten Strukturen wie Muskeln und Sehnen. Manchmal sorgen aber auch die Faszien für Beschwerden. Durch einseitige oder gar keine Belastungen verliert das Gewebe seine Elastizität. Zwischen den einzelnen Fasern bilden sich Querverbindungen aus. Man spricht dann davon, dass die Faszien verkleben. In Folge dessen resultieren oft Verletzungen bei wenig anspruchsvollen Bewegungen. Die Fasern zerreißen dann, weil sie nicht mehr elastisch genug sind und es kommt zu Schmerzen. Eine angepasste Therapie hilft dann, schneller wieder fit zu werden als auch künftigen Verletzungen vorzubeugen.

Wie sieht Physiotherapie für Faszien aus?

Am besten konsultieren Sie einen Physiotherapeuten bereits, bevor es zu ernsthaften Beschwerden kommt. Führen Sie eine sitzende Tätigkeit aus und können nicht für genügend Ausgleich sorgen, lernen Sie im Rahmen einer Physiotherapie einfache, aber effektive Übungen, um Ihre Faszien fit zu halten. Dehnübungen steigern die Durchblutung des Gewebes und stellen so eine gute Versorgung der Zellen sicher.

Auch wenn Sie schon erste Beschwerden haben, ist eine Therapie der richtige Weg: Der Physiotherapeut kann durch effektive Massagetechniken wie Faszienstriche oder Druck dafür sorgen, dass entstandene Verklebungen sich wieder lösen. Damit beugen Sie nicht nur etwaigen Verletzungen vor, sondern steigern auch wieder Ihr Bewegungspotential und Ihre Leistungsfähigkeit. Natürlich sind auch hier angepasste Übungen zur Erhaltung und Stärkung Ihrer Fitness Teil der Therapie.

Selbst wenn Sie Ihre Faszien bisher vernachlässigt haben und jetzt unter Schmerzen leiden, kann eine Therapie diese lindern und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.