Wie eine interdisziplinäre Diagnostik und Therapie bei CMD hilft

Die Craniomandibuläre Dysfunktion ist eine Erkrankung mit vielen Gesichtern. Die Palette an Symptomen reicht von Kopf- und Gesichtsschmerzen über Nackenverspannungen bis zu Beschwerden in Rücken und Hüfte. Oft bleibt die CMD als Ursache dabei unerkannt. Arbeiten Zahnärzte, Physiotherapeuten und Internisten jedoch Hand in Hand, verbessert dies nicht nur die Diagnostik, sondern auch die Therapie.

Oft vergeht viel Zeit bis zur Diagnose der CMD

Patienten mit CMD haben oft bereits etliche Arztbesuche hinter sich, bis die ursächliche Störung diagnostiziert werden kann. Erste Anlaufpartner sind häufig der Zahnarzt, Orthopäde, Hausarzt oder auch Physiotherapeut, da die auftretenden Schmerzen in deren Fachgebiete fallen. Um zu verhindern, dass jeder dieser Behandler eine eigene Diagnose stellt, sollten Sie stets Ihre Beschwerden umfassend beschreiben. Geben Sie also beispielsweise beim Orthopäden nicht nur die Rücken-, sondern auch die Kopfschmerzen als Ursache Ihres Besuchs an – nur so kann dieser sich ein differenziertes Bild Ihres Zustandes machen und die Craniomandibuläre Dysfunktion als Ganzes erfassen. Falls Sie unter Symptomen einer CMD leiden, bietet sich auch die halbjährliche Kontrolle beim Zahnarzt als Einstieg in eine Diagnostik und Therapie an. Erwähnen Sie dort Ihre Einschränkungen und Symptome, kann der Arzt überprüfen, ob eine Zahnfehlstellung als Ursache für die Craniomandibuläre Dysfunktion vorliegt.

Interdisziplinäre Therapie der CMD verspricht langfristige Besserung

Im Normalfall sind an der Therapie einer CMD mehrere Fachärzte und Ansprechpartner beteiligt. Sorgen Sie dafür, dass Sie über die Maßnahmen, die jeder einzelne von ihnen ergreift, bestens Bescheid wissen. Lassen Sie sich Ihre Diagnosen und Verordnungen am besten schriftlich aushändigen und bringen Sie die gesammelten Unterlagen zu jedem Termin mit. Am besten wählen Sie einen Behandler aus, der die leitende Rolle in der Therapie Ihrer CMD einnimmt. Dies kann sowohl der Zahnarzt als auch Ihr Hausarzt oder Psychotherapeut sein. Berichten Sie ihm regelmäßig von den Behandlungen und welche davon Ihnen spürbar helfen oder nicht.

Am wichtigsten ist es dabei, die genaue Ursache für die Craniomandibuläre Dysfunktion zu kennen. Physiotherapie oder orthopädische Verordnungen behandeln meist nur Symptome, während eine zahnärztliche Behandlung eher die Ursache beheben soll. Das heißt aber nicht, dass auf ein Element der Therapie verzichtet werden kann. Selbst wenn die Ursache der CMD behoben ist, können funktionale Störungen weiterhin bestehen und eine gesonderte Behandlung benötigen. Auch wenn Ihre Craniomandibuläre Dysfunktion psychisch bedingt ist, sollte trotzdem eine interdisziplinäre Therapie erfolgen.

Da eine Psychotherapie unter Umständen langwierig ist und erst nach einiger Zeit zum Erfolg führt, ist die Linderung der CMD Symptome in der Zwischenzeit ebenfalls von großer Bedeutung.