Wie die Psyche an der Entstehung einer CMD mitwirkt

Dass eine Craniomandibuläre Dysfunktion eng mit einer Zahnfehlstellung zusammenhängt, ist auf den ersten Blick ersichtlich: Durch den ungenauen Aufbiss wird der Kiefer einseitig belastet und es kommt zu Fehlstellungen und Schmerzen. Aber auch die Psyche ist an der Entstehung einer CMD oft stark beteiligt.

Der Zusammenhang zwischen Stress und CMD

Stress gilt als einer der wesentlichen Faktoren, der an dem Auftreten einer CMD beteiligt ist. Dabei geht es nicht um eine absolute Menge an Hektik und Leistungsdruck im Alltag, sondern mehr darum, als wie groß die Belastung von der Psyche wahrgenommen wird. Menschen, die sich wirksam entspannen und abschalten können, haben daher eine geringere Wahrscheinlichkeit, eine Craniomandibuläre Dysfunktion zu bekommen.

Der Einfluss der Psyche ist oft die entscheidende Stellschraube, wenn es darum geht, ob eine CMD symptomatisch wird oder nicht. Fehlstellungen existieren meist schon längere Zeit, bevor es durch Stress als Auslöser zur Entwicklung der ersten Symptome kommt. Tritt die Craniomandibuläre Dysfunktion aber erst einmal auf, reicht es leider nicht, den Stress wieder zu reduzieren, um die Symptome in den Griff zu bekommen. Dies mag eine vorübergehende Linderung bewirken, langfristig ist die Psyche aber nicht der alleinige Auslöser der Schmerzen.

Begleitende Psychotherapie und Entspannung

Wurde bei Ihnen eine Craniomandibuläre Dysfunktion diagnostiziert, lohnt es sich auf jeden Fall, darüber nachzudenken, was genau Ihre Psyche aus dem Gleichgewicht gebracht hat. War es nur eine vorübergehende Mehrbelastung im Job oder ein einschneidendes Ereignis, mit dem Sie nicht so recht umgehen können?

Falls Sie sich dem Problem nicht gewachsen fühlen, kann es sinnvoll sein, eine psychotherapeutische Praxis aufzusuchen, um den Nutzen einer etwaigen Behandlung abzuklären. Ist Ihre Psyche insgesamt in Ordnung und es fällt Ihnen nur schwer, sich zu erholen, können Kurse in verschiedenen Entspannungstechniken wie Progressiver Muskelrelaxation oder Autogenes Training sinnvoll sein. Die Behandlung der Psyche ist bei einer CMD allerdings nicht immer nötig. Und selbst wenn sollten nach wie vor die körperlichen Symptome und Ursachen im Vordergrund stehen. Die Psyche und Stress sind lediglich Nebenfaktoren für die Entwicklung der CMD.

Psyche wird durch chronischen Schmerz belastet

Gerade wenn CMD-Patienten nicht gleich als solche diagnostiziert werden und mit unterschiedlichen Beschwerden eine Vielzahl von Ärzten aufsuchen müssen, belastet dies oft die Psyche. Chronische Schmerzen und vor allem die erlebte Hilflosigkeit gegen die zahlreichen Facetten der CMD können Auslöser für Depressionen und Angstzustände sein. In solchen Fällen ist neben einer Behandlung der CMD auch die Konsultation eines Psychotherapeuten sinnvoll. Dieser kann Ihnen helfen, einen besseren Umgang mit den Schmerzen durch die Craniomandibuläre Dysfunktion und der manchmal langwierigen Behandlung zu finden.